das kann ja schließlich nicht so schwer sein. Man bringt Hündin und Rüde zusammen

und fertig! Tja, theoretisch ist das auch richtig. Praktisch sieht die ganze Sache mit der Zucht

doch etwas anders aus.

 

Und ich möchte jetzt nicht auf die Zeit eingehen, die man bei der Suche

nach einem guten Deckrüden aufbringt, der zu der eigenen Hündin passt und "in den man selber auch verliebt ist" ( denn da bin ich komisch, ich nehme nur Rüden die zu meinen Damen passen und die ich auch wirklich mag! Mir sind keine Titel wichtig, auch keine Prüfungsergebnisse. Der Rüde muss gesund sein, zu meinen Hündinnen passen und ich muss ihn wirklich mögen).

  

Ich möchte auch nicht darauf eingehen, wie lange es dauert, bis eine Hündin bei uns in die Zucht geht, was bis dahin passieren muss für die Zuchtzulassung usw..

Ich möchte einfach auf die emotionale Ebene der Zucht eingehen. Wie es bei uns ist und wie

es ganz sicher auch bei vielen anderen Züchtern ist.

Denn Züchten ist nicht einfach. Es hängen immer sehr viele Emotionen daran. Schon in der Planungsphase, dann beim Decken, während der Trächtigkeit und vor allem bei der Geburt und danach in der Aufzuchtsphase der Welpen.

 

Ein Nicht-Züchter kann kaum nachempfinden, welch eine emotionale Belastung

züchten sein kann. Und sicherlich ist das nicht bei jedem Züchter so, ich rede nur von uns.

Aber ich weiß, dass es doch vielen anderen Züchtern ebenso ergeht.

Es soll auch kein "fishing for compliments" werden, denn wir lieben was wir tun. Mit allem Für - und Wider.

Dieser kleine Text soll einfach auch mal die Seite des Züchters darstellen, dem viel zu oft einfach finanzielles Interesse unterstellt wird. Und dem ist nicht so.

 

Züchten heisst auch immer wieder schwere Entscheidungen zu treffen, von denen die Welpenfamilien vielleicht gar nichts mitbekommen.

Wir persönlich mussten schon zwei mal einen Welpen aus zwei unterschiedlichen Würfen gleich nach der Geburt einschläfern lassen. Das ist nicht einfach.

Es ist auch nicht einfach, einen Hund aus der Zucht auszuschließen, weil er am Ende doch nicht mit bestem Gewissen als Zuchthund eingesetzt werden kann.

Immer wieder müssen Würfe aus unterschiedlichen Gründen verschoben werden und man hat sich schon auf die Kleinen gefreut.

 

Das Schlimmste sind aber immer wieder Situationen, in denen man sich fragt, ob das nun ein Zeichen sei, mit dem Züchten aufzuhören, einfach weil die momentane Situation einen gefühlsmäßig überfordert.

Ich habe gerade eine ähnliche Aussage auf YouTube bei einer anderen Züchterin gehört und konnte ihr nur zu 100% zustimmen und wusste genau, was gerade in ihrem Kopf vor sich geht.

 

Wie viele Tränen haben wir schon vergossen. Viele, viele schlaflose Nächte gehabt. Wie viel hoffen und bangen, aber auch wie viel Freude.

Und genau das ist der Punkt der am Ende einen Züchter weiter züchten lässt. Eine unbeschreiblich tiefe Liebe zu seiner Rasse, seinen Hunden und Hunden im allgemeinen.

Ein Wunsch, der schon seit Kindheitstagen in dem Herzen eines Züchters wohnt.

Eine Passion, die Liebe und Freude, die man mit den eigenen Hunden erlebt, auch anderen Menschen zugänglich zu machen.

 

Und wie so oft im Leben, wird auch der dunkelste Gedanke irgendwann heller und heller und auch wenn eine traurige Erinnerung bleibt und das Herz eines Züchters oft gebrochen wird, sind da doch diese wunderbaren Momente wenn die Welpenfamilien sich melden, wenn sie glücklich sind mit ihren Hunden, wenn genau das eintritt, was man sich als Züchter wünscht, dann verblassen die traurigen und nervenaufreibenden Momente. Sie verschwinden niemals ganz, sie sind immer da, aber es gibt so viele wunderbare Momente, viele viele wunderbare Momente und darum macht man am Ende weiter.

 

Und es zeigt: auch Züchter sind nur Menschen. Keine geldgierigen Monster die ihre Hunde ausnutzen. Sondern Menschen mit einer Vision und einer ganz großen Liebe des Lebens:

HUNDE! ♥

 

 

Yvonne Kraft, im November 2019

 

 

 

 

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