Zucht vs. Tierschutz
 

Es gibt Themen die unter Hundefreunden immer wieder heiss diskutiert werden.
Dazu gehört ganz eindeutig das Thema Zucht.
Entweder man ist ein Züchter, oder man ist ein Tierschützer. Die eine Partei versteht die andere nicht und umgekehrt.
Dabei ist es doch so einfach. Für uns ist vernünftige Zucht mit Liebe und Verstandt Tierschutz.
Es ist eine sehr emotional geführte Diskussion. Und das können wir auch verstehen. Dennoch ist nicht jeder Züchter ein Teufel und nicht jeder Tierschützer ein Engel.
Obwohl wir Züchter sind, sind wir früher sehr viel im Tierschutz aktiv gewesen. Einfach weil
wir Hunde lieben. Wir haben Vorkontrollen für Vereine gemacht, sehr viel gespendet (von Futter bis hin zu Zubehör und auch mal ein nagelneues Handy) und so weiter!
Und ich kenne einige Züchter, die das auch so handhaben, es aber eben nicht an die große Glocke hängen.
Wir haben mit dem aktiven Part im Tierschutz aufgehört, als es unter den Tierschützern immer wieder zu Streitigkeiten kam, immer neue Vereine gegründet wurden von Parteien, die sich im alten Verein nicht mehr verstanden fühlten. Das kann man ja auch machen, aber es wurde uns einfach zu viel Streit, Missgunst usw.. Zu so manch fragwürdigen Entscheidungen sagen wir an dieser Stelle nichts, aber so viel sei gesagt: auch im Tierschutz ist nicht alles Gold was glänzt.
Nun ist es das gleiche Spiel aber auch mit den Züchtern. Auch dort haben wir schon so vieles gesehen, was uns übelst aufgestoßen ist. Denn auch hier ist nicht alles Gold was glänzt.
Am Ende setzt jeder Mensch seine eigenen Maßstäbe. Dem einen aber nun verbieten zu wollen, was der andere nicht verstehen kann, ist nicht die Lösung.
 
Züchter werden oft als geldgierige Menschen dargestellt, die sich nur an den Hunden bereichern wollen. Und das geschieht sicherlich auch. Das möchten wir gar nicht abstreiten. Gerade die billig-Import-Welpen, oder irgendwelche Hinterhof-Züchter (und damit meinen wir nicht generell Nicht-VDH-Züchter, es gibt auch viele Züchter ausserhalb des VDH die richtig richtig toll sind) haben sich dem Vermehren (denn hier kann man nicht mehr von Zucht sprechen) verschrieben.
So etwas kann man aber nicht mit einer verantwortungsvollen Zucht vergleichen.
Wir möchten uns an dieser Stelle auch nicht stolz auf die eigene Schulter klopfen. Jeder Züchter hat andere Ziele, andere Vorstellungen und andere Möglichkeiten. Jeder Züchter ist so verschieden, wie es unsere Dackel sind. Und das ist auch gut so.
Wir wurden mal von einer unserer Welpenfamilien gefragt, ob man denn von der Hundezucht leben kann. 
Wenn man es so macht wie wir: nein!!
Dazu müsste man viel, viel mehr Würfe im Jahr haben, eigene Rüden nutzen, das billigste Futter füttern, usw..
Wir sind jedes mal fix und fertig wenn die Welpen ausziehen, denn sie leben bei uns nicht nur so nebenher, sondern mit uns. Und das wird manchen Menschen schon mit einem Welpen zu viel, was sollen denn da die Züchter sagen?!
 
Wir könnten die Welpen auch einfach nur in einen Auslauf nach draussen tun, das wäre wahrlich einfacher, aber das ist eben nicht unsere Philosophie. Und es soll auch keine Abwertung für Züchter sein, die es tun. Dafür haben diese Züchter vielleicht einen noch größeren Garten, oedr sonst was. So verschieden wir Menschen sind, so verschieden sind auch wir Züchter/Tierschützer.
Aber gerade der finazielle Aspekt ist es, der viele Tierschützer glauben lässt, wir Züchter züchten nur wegen des Geldes.
Da sollte man sich fragen, ob die Hunde aus dem Tierschutz kostenlos abgegeben werden.
Für uns geht es auch nicht darum, wer ist nun der bessere Mensch: der Züchter, oder der Tierschützer, denn wie gesagt, sehen wir uns als Züchter eben auch als Tierschützer.
 
Als Züchter einer bestimmten Rasse, führen wir eine Arbeit fort, die vor uns schon viele Menschen, die sich auch dieser Rasse verschrieben haben, für uns geleistet haben.
Man sucht sich als Mensch einen Rassehund aus, weil man ungefähr weiß, was auf einen zukommt. Man kann die Größe einschätzen und auch Charaktereigenschaften. Natürlich ist jeder Hund ein Individuum, keine Frage, aber das Grundgerüst steht.
Das heißt natrülich nicht, dass man mit einem Mischling nicht glücklich sein kann. Ganz im Gegenteil. Meine erste Hündin war eine Mischlingsdame und ich hätte mir keinen besseren ersten Hund vorstellen können.
Aber es sollte eben auch verstanden werden, wenn eine Person sagt, sie möchte sich gerne einen Rassehund zulegen.
 
Es fehlt der Welt an Tolleranz. Wir könnten alle in Frieden leben, würden wir uns das Leben nicht selber so schwer machen.
Missstände müssen behoben werden, aber es gibt viele Menschen da draußen, die einfach übersensibel sind und in uns Züchtern ein Feindbild suchen, dass gar nicht vorhanden ist.
Kein Mensch ist perfekt. Und das ist auch gut so.
Wir Züchter lieben was wir tun. Wir lieben unsere Hunderasse und wir lieben es, Menschen einen geliebten Gefährten an die Hand zu geben, mit den Eigenschaften, die man bei einem (in unserem Fall) Dackel erwartet.
Unser Herz läuft über, wenn wir Zuschriften unserer Welpenfamilien bekommen, in denen deutlich wird, wie glücklich alle sind.
Wir sind stolz eine Rasse am leben zu erhalten, die für uns das größte Geschenk auf der Welt ist. Und wir lieben was wir tun. Mit allem Leid, mit all der Freude, mit all der Arbeit und mit all den schönen und auch teaurigen Momenten.
 
Wir würden uns freuen, könnten wir alle, Züchter und Tierschützer, an einem Strang ziehen, um die Welt für all unsere Hunde etwas besser zu machen.
 
Yvonne Kraft im März 2020
 
 

 

 

 

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